Tuesday, April 7, 2009

Die 'Vertrautheit' von Fremden

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Wir treffen aufeinander am Busstop,
wie Blätter zusammengetrieben
durch die Launen des Winds:
ein alter Mann mit Wanderstöcken,
die üppige Latina Friseuse,
der strohdünne Helfer in der Not,
der sich gerade so durchschlägt.
Ein paar Junge, Kopfhörer auf dem Schädel,
blenden die Welt aus.

Die Gesichter, zwar vertraut, sind unbekannt.
Grüsse bleiben stecken im Hals,
wir nicken einander in Stille zu,
entschlüsseln Rasse, Nationalität
und Muttersprache.

Alle sind wir Zusammengewürfelte im Quartier,
wo Schlagzeilen wie Gerüche haften bleiben,
wohin wir auch gehen.
Brachte der Mann gegenüber seine Tochter
wirklich mit zwanzig Stichen um?
Starb der Flüchtling von nebenan,
der vom fünften Stock stürzte,
unter dubiosen Umständen?

Sommers Strassenfeste locken
Nationen hinaus zum Essen von Falafel,
Frühlingsrollen und Curry.
Nach einigen Bieren
bersten die Leute aus ihrem Kokon,
werden zu Schmetterlingen,
beschwingt in der Eintracht
des Ausgeschlossenseins.
English translation below

The Familiarity of Strangers

We gather at the bus stop
like leaves herded by the wind’s whim –
an old man on walking sticks,
the curvaceous, Latina hairdresser,
the reed thin handy-man who scrapes by.
Some youngsters, earphones clamped
on their skulls, shut the world out.

Faces are familiar yet unknown.
Greetings stuck in throats,
we acknowledge each other in silence,
decode race, nationality, and mother tongue.

We are thrown together in this quarter
where news headlines hang like an odor
wherever we go. Did the man across the street
really stab his daughter twenty times? 
Did the refugee next door plunge from
the fifth floor under suspicious circumstances?

Street festivals, in summer, bring out nations
to eat falafel, spring rolls and curry.  
People burst out of cocoons after a few beers, 
turn into butterflies, take wing in the unity of exclusion.

©2009 Althea Mark-Romeo

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